IO Newsletter 01.03.2015: Haben wir alle den Kopf im Gully?

Liebe InfoOffensive,

ich finde gerade keine Quelle – aber das Zitat „man müsse schon den Kopf in den Gully stecken, um von den Bauarbeiten etwas mitzubekommen“ ist sicher allen geläufig. Gerne nehme ich sachdienliche Hinweise entgegen, ob das Zitat von Herrn Schuster oder Herrn Mehdorn stammt . Ist auch nicht so wichtig, denn mir scheint, es ist so weit: wir bekommen etwas mit von den Bauarbeiten. Haben wir also den Kopf im Gully?

Vor 2 Wochen habe ich noch über das Phänomen „Baulogistikstraße“ philosophiert ( http://infooffensive.de/2015/02/io-newsletter-15-02-2015-die-baulogistikstrasse-mythos-oder-wirklichkeit/ ) – nun, die Gruppe „Nordlichter“ philosophiert nicht, sie beschwert sich lautstark und medienwirksam über die bestehenden Verhältnisse und die damit verbundene Lärmbelastung: http://netzwerke-21.de/?p=7395 . Ich hoffe, dieser Protest zeigt Wirkung. Mindestens wirkt er weiter auf die öffentliche Wahrnehmung.

Ich selbst versuche auch gerade, Antworten zu bekommen. Mein persönlicher Gully ist im Gewerbegebiet Fasanenhof, wo die Tunnelbohrmaschine „Transuse“ wohl ab und an zu laufen scheint. Das merkt man dann immer an den verdreckten Straßen und der zugehörigen Kehrmaschine, die dort demonstrativ ihren Dienst tut. Demonstrativ deshalb, weil sie einem stets im Berufsverkehr begegnet. Und das in einem Gewerbegebiet, dessen verkorkstes Einbahnstraßenkonzept die Autofahrer an jedem Feierabend daran erinnert, dass es sich beim Gebiet um Abschreibeobjekte aus den 80er Jahren handelt, die eher überraschend zum Leben erweckt wurden. Immerhin einmal hat es die Baustelle schon in die Zeitung geschafft: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neues-von-der-baustelle-dann-eben-weiter-im-stau-stehen.121d9636-7493-4b84-b7c3-8458e965863b.html . Und die EnBW tut, was von ihr erwartet wird: Sie versteht das Problem nicht. Ja, wer vor Ort war weiß, die MitarbeiterInnen der EnBW kommen durch ihre Lage und die eigens für sie gebaute Durchfahrt im Ring gar nicht in den Genuss des Verkehrsproblems. Aber natürlich klang das wirklich gut.

Übrigens ebenfalls bei den Netzwerken habe ich noch interessante ergänzende Infos zum Fernsehbeitrag über den Tunnelbau gefunden: http://netzwerke-21.de/?p=7222 . Der ja durch seine geplanten Sprengungen auch dafür sorgen wird, dass diejenigen, die noch keine Risse im Haus haben, auch weiterhin den Kopf im Gully behalten können. Interessant ist auch: Die Bahn baut Mist, sie weiß es, jeder weiß es, aber keiner tut etwas dagegen. Oder wie sonst ist dieser Artikel zur Fildertrasse zu interpretieren? http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-filder-trasse-nicht-empfehlenswert.81e23779-c693-4735-837e-f4c52c56a76a.html. Detailiertere Infos zum aktuellen Stand beim Filderabschnitt gibts bei Werner Sauerborn: http://www.parkschuetzer.de/assets/statements/180819/original/2015-03-01_rundmail.pdf?1425208848

Andernorts scheint es ähnlich zu sein: Am (bestgeplanten) Boßlertunnel geht nichts voran, seit einem Dreivierteljahr sucht man nach Lösungen für ein (bestgeplantes?) Problem: http://www.swp.de/goeppingen/lokales/landkreis_gp/Bahn-stoppt-Sprengungen-im-Bosslertunnel;art1210078,3070918 . Informationen zu den Verzögerungen gibt es von der Bahn AG wie gewohnt nicht. Es scheint, die Definition von Transparenz des Herrn Brunnhuber ( http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-mit-s-21-vereinsvorsitzenden-es-hilft-nur-eines-transparenz.62043747-1fee-4a5f-bd18-c26325bc8ae5.html ) ist nach wie vor deckungsgleich mit der Definition der CDU. Oder warum sonst kämpft man allenthalben um die Löschung von E-Mails? Natürlich stets betonend, man habe auf keinen Fall etwas zu verbergen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.u-ausschuss-zum-stuttgart-21-polizeieinsatz-goenners-amtschef-kaempft-um-mails.27adc2ac-62a6-4998-bfcd-8bd6e4981d6e.html .

Und hier platzt wieder ein Traum aus der Stuttgart21-Blase: Merklingens Anschluss an die Welt – äh – halt – an das Schienennetz ist zur Überraschung aller ein teures Unterfangen und insgesamt gar nicht so einfach: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Diskussion-ueber-schnellere-Zuege-_arid,10184110_toid,338.html . Auch hier wird es wieder tausende Stimmen geben die sagen: Ja, wenn wir das gewusst hätten, wir hätten ganz bestimmt anders abgestimmt.

Also was bleibt? Genau! Weitermachen, weiter informieren, sichtbar bleiben. Dazu gehört neben der MoDemo (http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/02/26/die-262-montagsdemo-am-02-03-15/) auch die +++ Mahnwache +++. Und da auch diese von der Grippewelle nicht verschont bleibt, braucht sie aktuell +++ dringend Hilfe +++ : http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/02/27/mahnwache-bittet-um-personelle-unterstuetzung/.

Herzliche Grüße und -oben bleiben!

Andrea
für IO.KO

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IO Newsletter 22.02.2015: Bestgeplant – da kann einem Angst und Bange werden

Liebe InfoOffensive,

wir alle haben den Satz noch im Ohr, bei S21 handle es sich um das „bestgeplante Projekt“  – wahrscheinlich des gesamten Universums. Weiß noch jemand, wer das wann gesagt hat?  Eigentlich egal, aber man kann sich ja Gedanken darüber machen: http://www.stuttgart-21-aktuell.de/wer-hat-bestgeplant-gesagt-und-auf-welcher-grundlage-63074 .

Und dann war da noch Frau Merkel, die dereinst feststellte, an Stuttgart 21 entscheide sich „die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ – wofür Sie großen Beifall von Wirtschaftsbossen fand: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bosse-zu-stuttgart-21-alles-andere-waere-eine-katastrophe.0f1274ea-e10b-41e9-8140-a1d19100e871.html . Um jeden Preis müsse diese Zukunftsfähigkeit bewiesen werden: http://www.taz.de/!111380/ auch noch, als längst klar ist, dass das Projekt ein großer Murks ist: http://www.zeit.de/2013/10/Bahnhof-Stuttgart-21 .

Und seither wurde gebaut, geplant, verworfen, neu geplant, natürlich bestgeplant – und plötzlich ist doch alles wieder anders: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-legt-s-21-tunnel-tiefer.44169207-e6cb-4ae8-9c8f-13b98987d54d.html . Aber, sicher ist das kein Problem für die Ingenieure, oder?

Dieser Fernsehbeitrag vom Dezember 2014 schildert ab Minute 16 die Tunnelbauarbeiten in Stuttgart. Schlüssig klingen die Erklärungen zum Gestein und dem Umgang damit, man könnte wirklich Vertrauen fassen. Doch bei Minute 18 heißt es dann „In den Tunnelbaustellen unter der Stadt wird nicht gesprengt. Die Erschütterungen […] sollen so gering wie möglich gehalten werden“. Klingt gut – hätte man nicht gerade erst von den Sprengungen in der Innenstadt gelesen, die so ganz überraschend erforderlich wurden: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-sprengt-in-der-innenstadt.3ca4bff5-b5bd-49c1-86d9-be24b65f7f24.html .

Ob das mit den geschilderten Hebungsinjektionen auch alles im Griff behalten wird? Bestimmt genauso wie die Anhydritschicht, das wird ja in regelmäßigen Abständen an Engelberg- und Wagenburgtunnel geübt. Oder in Staufen. Oder eigentlich überall: http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie#Risiken .

Nun – natürlich haben wir grenzenloses Vertrauen in die Ingenieure. Schon 2010 wurde uns ja stets versichert, alles, was kritisch klingt wäre nur Panikmache ( http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ingenieur-werner-sobek-ein-podium-der-besserwisser.2b684944-75c1-4839-96cd-60ee896cfc92.html ). Aber mein Vertrauen in die Baukunst hat heftig gelitten – beispielsweise durch den Einsturz des Stadtarchivs in Köln: http://www.sueddeutsche.de/panorama/einsturz-des-koelner-stadtarchivs-stadt-vermutet-fehler-beim-u-bahn-bau-als-ursache-1.1897242.

Fast noch schlimmer als Schwierigkeiten bei Großprojekten ist aber, dass man in Stuttgart nicht einmal ein ganz normales Gebäude planen und realisieren konnte, wie die „externe Zusatzheizung“ am neu gebauten Innenministerium eindrücklich beweist: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neubau-in-stuttgart-innenministerium-wird-von-aussen-beheizt.818d9827-d031-4f6e-aab1-7fc0483180b7.html .

Ich möchte mir seither gar nicht mehr ausmalen, wie es in der Innenstadt aussieht, wenn der Nesenbachdüker wirklich in Angriff genommen wird oder wenn das letzte noch funktionierende öffentliche Verkehrsmittel – unsere Stadtbahn – mit hineingezogen wird, in dieses Chaos. Deshalb sind alle StuttgarterInnen aktuell aufgerufen, sich an der Kampagne für unsere Stadtbahn (www.infooffensive.de/Stadtbahn) zu beteiligen und Flyer und Comics an den Infoabenden der weiterführenden Schulen zu verteilen. Infos über Termine und die Flyer dazu gibt es an der Mahnwache. Und natürlich weiterhin: Oben bleiben – Flagge zeigen: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/02/19/die-261-montagsdemo-am-23-02-15/

Herzliche Grüße

Andrea für IO.KO

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IO-Newsletter 15.02.2015 Die Baulogistikstraße – Mythos oder Wirklichkeit?

Liebe InfoOffensive,

von der Funktionsweise des Bumerangs bis zum Turmbau zu Babel, von außerirdischem Leben bis zur Mondlandung – immer gibt es Geschichten, die mit mehr oder weniger berechtigte Zweifeln an der Echtheit, an der Wahrhaftigkeit belastet sind. Genau so geht es mir mit der „Baulogistikstraße“. Letzten Monat im Newsletter (http://infooffensive.de/2015/01/io-newsletter-25-01-2015-das-ewige-mantra-es-wird-gebaut/) bin ich zuletzt darüber gestolpert. Laut eines Artikels in der StZ würde über ebendiese Baulogistikstraße der Abraum abtransportiert, der vom Förderband purzeln würde (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-foerderband-laeuft-zur-probe.3d2a2ea5-44be-48c2-9834-c93ae527bd55.html).

Da ist mir dann aufgefallen, dass ich diese – ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber „BL“ – noch gar nicht richtig wahrgenommen habe. Also in Wirklichkeit. In der Berichterstattung ja durchaus, sie schien mir irgendwie vertraut. Und da dachte ich, ich lese doch mal nach.

Also 2011 hat die Bahn laut eigener Pressemeldung Aufträge für die Baulogistik vergeben: http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smedianews/20100224-Bahn_vergibt_ersten_Auftrag_fuer_die_Infrastruktur_der_zentralen_Baulogistik.pdf . Wer mag, kann auf der Projektseite auch Planungsdetails anschauen – leider hat man dort fast überall übersehen, die Pläne mit Datumsangaben für die Realisierung zu versehen ( http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/index.php?tx_solr%5Bq%5D=baulogistikstra%C3%9Fe&id=592&L=0 ).

Nun, auf jeden Fall wurde am 14. Februar 2012 der Park geräumt, damit die „Baulogistikstraße C“ endlich entstehen könnte: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.parkraeumung-in-stuttgart-baeume-kosten-bahn-zwei-millionen-euro.2fe8dcd5-29f7-4008-bc27-14ae6552571e.html . Ja, wir begingen gerade an diesem Wochenende den 3. Jahrestag dieser Veranstaltung (dazu eine Hommage an den Schloßgarten: https://www.youtube.com/watch?v=SPXhX7pU8P8 und gesammelte Impressionen von diesem Jahr: http://www.parkschuetzer.de/statements/180464 ).

Doch wo ist sie denn nun, die „BL“? Ich glaube, sie kämpft um ihr Leben! Im September 2013 – also mehr als eineinhalb Jahre nach der Parkräumung – schafft sie es, sich mit Hilfe des Infoladen-Stammtischs ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu kämpfen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.infoladen-nordbahnhofviertel-von-der-strasse-auf-die-schiene-lautet-der-plan.4c278033-9c2e-4035-a342-b1fe25bc988e.html . Sie läuft laut dem Zeitungsbericht sogar Gefahr durch Schienenverkehr ersetzt zu werden. Doch sie lässt sich offenbar nicht entmutigen. Im November 2013 schafft sie es wieder in eine Pressemeldung – und sie findet in den Grünen sogar Unterstützer, die darauf aufmerksam machen, dass die BL bereits seit 2010 gebraucht würde: http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smediamediathek/20110627-Auswirkungen_Baulogistik-Stuttgart_Nord.pdf . Doch leider folgt darauf wieder eine lange Durststrecke.

Im Mai 2014 wird zwar versprochen, die BL wäre spätestens ab dem Sommer befahrbar ( http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.infoladen-stammtisch-in-stuttgart-das-staubschutzkonzept-greift-noch-nicht.e093cfb3-b789-456b-bd58-b996d6a84efd.html ), doch leider kommt es anders: http://netzwerke-21.de/?p=2878. Im August setzt sich dann Hans-Jörg Jäkel auf einer Montagsdemo vehement für die BL ein: www.bei-abriss-aufstand.de/2014/08/04/rede-von-dr-ing-hans-joerg-jaekel-auf-der-232-montagsdemo/ und es scheint, als käme Bewegung in die Angelegenheit: Im August 2014 wird von der Fertigstellung der BL im April 2015 ausgegangen: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-s-21-aushub-auf-oeffentlichen-strassen-begrenzt.bae31541-d693-42f1-a135-27594c538b24.html . Im Oktober 2014 allerdings wird deutlich, dass es hierbei durchaus noch offene Fragen gibt: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-baustrassen-fuer-bahnhof-ab-april-2015-komplett.1ccbc346-4814-4c0d-a873-e99ea14e42e4.html .

Im Dezember 2014 dann der vermeintliche Durchbruch: Die Baulogistikstraße bekommt sogar eine ganz eigene Brücke: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.s21-baulogistikstrasse-bahn-errichtet-bruecke-am-rosensteinpark-in-stuttgart-nord.a195b938-70b3-4615-8b6e-e2af2bec44f3.html . Doch bedeutet das wirklich den Sieg für die BL? Hinter ihrem Rücken hat ihr größter Förderer, der Leiter des Bereichs Baulogistik, das Projekt verlassen: http://netzwerke-21.de/?p=4820 . Doch der Infoladen-Stammtisch bleibt am Ball: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.anwohnerbeschwerden-kleine-baustellen-auf-grosser-baustelle.4320d303-d925-411f-8bcb-9e6233690c72.html . Und der Bedarf ist da – keine Frage: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-die-reise-der-erde.8c8a0e83-2ed6-435a-a925-3eb735e37808.html .

Wir dürfen gespannt sein, wie die Geschichte der Baulogistikstraße ausgeht. Ob sie es schafft, vom Mythos zur Wirklichkeit zu werden. Oder ob sie sich in die Reihe der abstrusen Zitate einreihen wird wie dieses hier, vom 15.02.2012: „Dietrich rechnet damit, dass am Nachmittag die ersten Bäume gefällt werden können. Nach der Rodung werden Baulogistik-Straßen errichtet. Anschließend können die Erdarbeiten beginnen. „Die Aussage, es passiere auf der Baustelle bis Oktober nichts, ist falsch“, sagte er.“ Quelle: http://www.morgenpost.de/politik/inland/article1906055/Polizisten-raeumen-Schlossgarten-fuer-Stuttgart-21.html

Diese Pressemeldungen zeigen immer wieder, wie wichtig eine unabhängige, objektive Berichterstattung ist. Diese Gegenöffentlichkeit hat gerade eine Stimme verloren: http://cams21.de/wir-trauern-um-juergen-hammi-hamlescher/

Wir werden die unsere daher weiter erheben: Montag ist Demotag: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/02/12/die-260-montagsdemo-am-16-02-15/ mit Rosenmontagsaufzug: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/01/25/fuenfter-politischer-rosenmontagsaufzug-am-16-2/ .

Herzliche Grüße und -oben bleiben!

Andrea
für IO.KO

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IO Newsletter 08.02.2015: Fairplay – gibts das heute noch?

Liebe InfoOffensive,

nicht, dass ich auch nur annähernd positiv gegenüber Pegida und Legida und wie sie alle heißen eingestellt wäre – aber ein Demonstrationsverbot? Nein. Meinungsfreiheit bedeutet doch, dass – wie sagte letztens jemand so schön – „jeder hirnlose Vollidiot seine Meinung auf der Straße kundgeben kann“. Und das ist auch gut so. Und, natürlich, es gehen gleichzeitig auch die auf die Straße, die anderer Ansicht sind. Und das muss eine Demokratie einfach leisten können. Da darf es keine Ausreden geben wie „wir haben zu wenig Polizeibeamte“ (http://www.welt.de/politik/deutschland/article137223742/Warum-Legida-nicht-aufmarschieren-darf.html). Wo würde das denn hinführen? Wer würde denn dann künftig entscheiden, welche Kundgebungen stattfinden dürfen?

Liebe Verantwortliche, was passiert denn mit meinem Steuergeld? Ach ja, die Bankenrettung, die ach so wichtigen Großprojekte. Dafür werden ja stets ausreichende Mittel „kommuniziert“. Schönes Beispiel ist ja immer wieder Hamburg. Ende 2013 offiziell als „pleite“ bezeichnet (http://www.abendblatt.de/hamburg/article122794858/Hamburg-ist-pleite-ein-Armutszeugnis.html), leistet man sich nach wie vor einen der 10 teuersten Wolkenkratzer der Welt (http://www.spiegel.de/wirtschaft/elbphilharmonie-gehoert-zu-den-zehn-teuersten-wolkenkratzern-der-welt-a-1006705.html). Zur Beruhigung der Allgemeinheit sei gesagt: Es steht ein Eröffnungstermin! Schon 2017 soll es losgehen mit der Musik: http://www.spiegel.de/kultur/musik/luxaeterna-konzerte-mit-jordi-savall-tanztheater-von-akram-khan-a-1014407.html. Zugegeben, es ist nicht der erste – aber – ja – dieser wird doch bestimmt gehalten. Aber weil es langsam eng wird mit der Glaubwürdigkeit, holt man sich kompetente Hilfe: Den Bürgerbeteiligungsflüsterer Kretschmann: http://www.mopo.de/buergerschaftswahl/winfried-kretschmann-gruenen-star-als-wahlkampfhelfer-in-hamburg,28813624,29773630.html.

Denn wir erinnern uns ja noch gut daran, dass auch bei S21 alles nur eine Frage der schlechten Kommunikation war. Damals 2010: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/stuttgart-21-von-kommunikationsfehlern-und-stasi-methoden/3556104.html. Sogar Mappus musste das eingestehen: http://www.stern.de/politik/deutschland/konflikt-um-stuttgart-21-mappus-die-begleitende-kommunikation-hat-nicht-gestimmt-1611005.html. 2012 dann stellte man fest: Das ist ja immernoch so: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/stuttgart-21-die-bahn-verfehlte-kommunikationsstrategie-a-872565.html. Jetzt sind wir wieder 3 Jahre weiter – und werden sehen ob der „neue Besen“ hier besser kehrt – auch wenn er direkt ablehnt, ein „Sprachrohr“ zu sein: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neuer-stuttgart-21-vereinschef-brunnhuber-will-kein-sprachrohr-sein.56f747b5-e5db-4e38-92de-eff69c081098.html.

Was allerdings könnte es denn überhaupt zu kommunizieren geben? Die Meldungen in Sachen „Baufortschritt“ wirken ja alle etwas gezwungen (http://infooffensive.de/2015/01/io-newsletter-25-01-2015-das-ewige-mantra-es-wird-gebaut/), da kann es natürlich hilfreich sein, den Ball einfach an die Mitspieler zu schlenzen: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-loesung-am-airport-liegt-bei-kefer.982c6e70-fde6-4337-b1ec-d2a2d6d2ca46.html. Ist das fair? Gerade, wo der Mitspieler etwas angeschlagen wirkt: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-baufirmen-sollen-zaubern.a736ab6a-c2ff-4451-83d2-a5a312c7e5fd.html ?

Andererseits kann sich Herr Brunnhuber auf die eigenen MitspielerInnen verlassen: Transparenz und Aufarbeitung finden weiterhin nicht statt. Weder im Untersuchungsausschuss ( http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.u-ausschuss-schwarzer-donnerstag-laesst-u-ausschuss-seine-arbeit-ruhen.46b34799-531f-460c-b777-ea61009e1911.html ) noch von Seiten der Gerichte ( http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.generalstaatsanwalt-weist-beschwerde-ab-keine-ermittlungen-gegen-ex-oberstaatsanwalt-haeussler.133476be-d2a3-4d3d-9196-2e23c9d50559.html ). Und auch auf das EBA ist immer Verlass wenn man die 3 Affen braucht, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen: http://netzwerke-21.de/?p=6902

Seit 5 Jahren ist Murks 21 offiziell im Bau. 5 Jahre, die offenbar ganz schön viel Personal verschlissen haben: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fuenf-jahre-stuttgart-21-baustelle-proteste-beim-baustart-rueckschlaege-und-zaeher-fortschritt.bf81fd4f-5b6d-4629-9a25-2f4d456f10a1.html und eine grandiose Pannenserie darstellen: http://cams21.de/stuttgart-21-die-chronologie-der-pannen/.

5 Jahre, in denen es niemandem gelungen ist, mir die „Vorzüge“ von S21 näherzubringen. Und weil „die Gegner“ nicht reihenweise weglaufen, gibt es am Montag die 259. Montagsdemo: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/02/06/die-259-montagsdemo-am-9-2/.

Und noch am 16.2. den politischen Rosenmontagsaufzug (http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/01/25/fuenfter-politischer-rosenmontagsaufzug-am-16-2/), den politischen Aschermittwoch am 18.02. im Theaterhaus (http://www.die-anstifter.de/veranstaltungen/grohmanns-politischer-aschermittwoch-2/) und viele Veranstaltungen mehr: http://infooffensive.de/termine/terminkalender/

Herzliche Grüße und -oben bleiben!

Andrea
für IO.KO

Veröffentlicht unter Bauarbeiten, IO-Newsletter, Stuttgart | Kommentare deaktiviert für IO Newsletter 08.02.2015: Fairplay – gibts das heute noch?

IO-Newsletter 25.01.2015: Das ewige Mantra „es wird gebaut“

Liebe InfoOffensive,

die Diskussion über die Zukunft des Widerstands wird in der Kontext weitergeführt (http://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/199/illusionaerer-irrweg-2685.html), doch ich bin hängen geblieben am ewigen Kommentar „es wird ja schon gebaut“. Ja. Seit 2010. Ihr wisst schon, diese Prellbock-Nummer – und das Interview mit Herrn Grube (https://www.youtube.com/watch?v=G_E1zEoTpmo) – der ja überraschend still geworden ist zu dem Thema. Aber worauf ich rauswollte: aktuell berichtet ja sogar die Stuttgarter Zeitung vom Stillstand – hier schon kommentiert von den Netzwerken: http://netzwerke-21.de/. Und wenn die StZ von sogenannten Fortschritten berichtet, ist auch das mit Vorsicht zu betrachten – denn in diesem Artikel wird eine Baulogistikstraße erwähnt, die es bis heute nicht gibt: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-foerderband-laeuft-zur-probe.3d2a2ea5-44be-48c2-9834-c93ae527bd55.html. Und auch wenn nichts vorangeht – der Ärger ist bereits da: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neues-von-der-baustelle-dann-eben-weiter-im-stau-stehen.121d9636-7493-4b84-b7c3-8458e965863b.html. Das Mercure liegt übrigens ganz am Anfang des Einbahnstraßensystems – je weiter hinten man sitzt, desto schlimmer ist es.

Ich hoffe, diese Umstände behalten wir bei der Diskussion im Hinterkopf. Ebenso wie die Tatsache, dass es nie zu spät ist, ein sinnloses Projekt einzustellen. Und es nicht fertig zu bauen, wie BER und andere schlechte Beispiele von Großprojekten in Deutschland: http://infooffensive.de/2014/11/grossprojekte/.

In Stuttgart dreht sich derweil alles um Shopping. Wir wollen ja die Shoppinghauptstadt werden. Wenn es im Radio heißt „die Parkplätze am Einkaufszentrum sind belegt“ suggeriert das irgendwie, es gäbe nur eines. Im anderen zieht man daraus nun Konsequenzen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.einzelhandel-in-stuttgart-im-gerber-schliesst-der-erste-laden.d2499e29-bb57-4754-af1e-ab2e1847f99e.html. Dabei gehören die „Shopper“ aus Stuttgart durchaus auch zur Zielgruppe in den Einkaufszentren des Umlands – und kostenloses Parken macht sogar Waiblingen für einen Einkaufsausflug attraktiv: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.der-waiblinger-remspark-ein-dorado-fuer-kofferraumkunden.0c90536e-f2ba-46b4-bfe4-61d4bf6a632c.html. Nicht kostenlos aber dafür näher geht im Herbst das Marstallcenter in Ludwigsburg wieder an den Start: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ludwigsburg-umbau-stellt-logistiker-vor-grosse-probleme.59a0fcd6-2aa1-447f-8466-8d3c1b5f1157.html.

Da darf man gespannt sein, wie viel „Kaufkraft“ da noch für das „Dorotheenquartier“ übrigbleibt, das dann 2016 in der Stuttgarter Innenstadt an den Start geht. Wobei, wir haben ja ohnehin „Nachholbedarf beim Luxus-Shopping“ – so sieht man es jedenfalls beim Breuninger: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgarter-einzelhandel-nachholbedarf-beim-luxus-shopping.4f6a2ce7-d319-478a-a8ae-3ab393525d3e.html . Da fragt man sich dann, wofür das Viertel eigentlich in Stuttgart und nicht in den im Artikel gerühmten Metropolen München oder Frankfurt gebaut wird.

Schon fast vergessen hatte ich das damals mit viel Tamtam eröffnete „Schwabenzentrum“ und das, obowohl ich doch oft an der Stadtbahnhaltestelle Rathaus ein- und aussteige. Vielleicht, weil es heute keinen Grund mehr gibt, sich dort aufzuhalten? Nun, es scheint sich jemand gefunden zu haben, der das ändern möchte: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gastronomie-in-stuttgart-neues-leben-im-schwabenzentrum.cfa41d0b-607f-4930-a0d0-c73262747bc0.html?

Immerhin, zu all der Berichterstattung ein einsamer Artikel darüber, dass Shopping auch nicht die Lösung aller Probleme ist – im Gegenteil: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.schuldneratlas-fuer-die-region-stuttgart-auch-zu-viel-konsum-fuehrt-zur-misere.1af37cf1-7ee5-48f2-9a3b-d872f9b3f936.html

Sagt die Anzahl der Artikel zu einem Thema eigentlich irgend etwas aus? In der StZ stehen aktuell 5 Artikel zum Strafbefehl gegen Ex-Polizeichef Stumpf: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.polizeieinsatz-gegen-s21-gegner-ex-polizeichef-soll-geldstrafe-zahlen.92663e40-aae6-48da-bf9d-1cd99b576bb8.html. Die spannendste Frage für die Zeitung scheint zu sein, ob er ihn annimmt oder ob er es auf einen Prozess ankommen lässt. Nun, ich persönlich tippe, er zahlt und schweigt. Hätte er ein Interesse an der Aufarbeitung der Vorkommnisse, er hätte ja alle Chancen dazu gehabt. Und was kratzt den Pensionär schon eine Vorstrafe? Außerdem hatte er ja stets betont, die Verantwortung für den 30.09. trüge allein die Polizei – also er.

Inzwischen erkennen immer mehr Betroffene, dass sie überhaupt Betroffene sind – und das verdanken wir auch den unermüdlichen Informierern im Land: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/01/22/bericht-zur-aktion-kein-s21-bau-aushub-nach-baden-nirgendwo-hin/

Und informieren auch wir weiter – jeden Montag: http://www.bei-abriss-aufstand.de/2015/01/22/die-257-montagsdemo-am-26-01/.

Herzliche Grüße und -oben bleiben!

Andrea
für IO.KO

Veröffentlicht unter IO-Newsletter, Stuttgart | Kommentare deaktiviert für IO-Newsletter 25.01.2015: Das ewige Mantra „es wird gebaut“